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Solidrinks

Solidrinks ist eine soziale und politische Getränkemarke aus Kreuzberg. Wir kennen uns schon seit einer ganzen Weile. Wenn es mal was bei uns zu feiern gibt oder wir eine Veranstaltung haben, dann ist jedenfalls klar, dass Solidrinks angeboten werden. Das ganze Jahr über findet Ihr die Solidrinks z.B. bei unseren Nachbar*innen von Original Unverpackt.

 

Das Interview haben wir mit Frauke von Solidrinks geführt, die sich auch als Nachbarschaftsmodell zur Verfügung gestellt hat. Vielen lieben Dank dafür!

Solidrinks sind nicht einfach Softdrinks, sondern Softdrinks mit einem besonderen Konzept. Erkläre uns doch mal was Solidrinks sind.

 

Solidrinks: Der Name ist Programm: Solidarität und Drinks. Wir erfinden Getränkeklassiker neu, fair, solidarisch – und frei von Rassismus und Vorurteilen. Mit jeder Flasche Solimate und Solicola/light werden lokale Geflüchteten-Initiativen mit 5 Cent pro Flasche unterstützt. Die Flasche ist die Message: auf Solidrinks findet keine übliche Markenwerbung statt.

 

Die Flaschen verbreiten Ideen! Die Etiketten stellen die unterstützten Projekte und ihre Ziele, Wünsche, Forderungen und Visionen vor: Ob ‚Freedom of Movement for all‘, ‚Save Safe Spaces‘ oder ‚Flüchtlingsrechte? Menschenrechte!‘. Jede Organisation hat ihr eigenes Etikett. Dadurch siehst du direkt, wo deine Spende hingeht und wofür die Projekte stehen. Gemeinsam entwickeln wir jedes Jahr neue Kampagnen: #togetherforrescue und #stadtfüralle zum Beispiel. Die Flaschen tragen eine Botschaft gegen Diskriminierung und Rassismus nach draußen und werden zu Sprachrohren für eine Gesellschaft der Vielen – außerdem sind sie ein Extra-Fundraiser für die Initiativen und können Menschen dazu bewegen noch mehr zu tun und selber aktiv zu werden.

 


Foto: Solidrinks
Foto: Solidrinks

Wie viele Projekte habt Ihr schon gefördert und was für Projekte sind das?

 

Solidrinks: Wir haben bisher insgesamt 18 Projekte mit über 30.000 Euro unterstützt. Hier in der Nachbarschaft haben wir zum Beispiel die Kontakt- und Beratungsstelle für Geflüchtete und Migrant:innen (Oranienstraße), die Champions ohne Grenzen (Skalitzer Straße) und Women in Exile (Mariannenplatz u.a.) gefördert. Unser Fokus liegt auf unkomplizierter und niedrigschwelliger Migrant:innen-Selbstorganisation – natürlich weiß eine junge Frau mit Fluchtgeschichte am allerbesten, was sie benötigt und auch, was sie ihrem neuen Zuhause geben kann.


Wann habt Ihr Euch gegründet und wie ist die Idee entstanden? Wie groß ist Euer Team?

 

Solidrinks: Die Organisation Solidrinks umfasst eine for-good-profit-GmbH und einen gemeinnützigen Verein – beide gibt es seit 2016. Wir sind zusammengekommen, um unser politisches Engagement mit unserem normalen Job zu verbinden, um Menschen über Grenzen hinweg zusammenzubringen und um im öffentlichen Raum mit Alltagsprodukten zu intervenieren. Die Rebellion der Brause! Wir sind zu fünft in Berlin, hinzu kommen einige Freelancer:innen, die uns bei der Kampagnen-Entwicklung unterstützen und Markenbotschafter:innen in unterschiedlichen Regionen – zur Zeit in Dortmund, Flensburg und im Raum Jena.

 

Ich bin Frauke und kümmere mich um die Bereiche Strategie, Team, Key Accounts, Partner & Förderung und um alles, was mit Kommunikation zu tun hat.


Was bedeutet #Drinkactivism?

 

Solidrinks: Aktivismus zum Trinken. Über Solidrinks bist du aktiv und laut für eine Gesellschaft der Vielen. Und du unterstützt mit jeder Flasche die wichtige Arbeit von Refugee-Aktivist:innen – für Menschenrechte und ein würdiges Leben für ALLE. Unsere Devise: Drink. Support. Get Involved – werde selber aktiv und misch dich ein!

 

 

Wo können wir Eure Solidrinks kaufen oder trinken?

 

Solidrinks: Hier nebenan z.B. bei Original Unverpackt, Checkpoint Ali oder Kraut&Rüben – tagsüber im Panda Noodle, im Cafe der Regenbogenfabrik und nachts im Yaam und an vielen vielen weiteren Orten.


Ihr seid ja nicht nur ein Sozialunternehmen, sondern auch ein gemeinnütziger Verein und eine gesellschaftspolitische Kampagne. Wie kann man Euer politisches Projekt unterstützen?

 

Solidrinks: Um es mit den Worten von Quartiermeister zu sagen: Konsum ist politisch: Du hast eine Bar oder einen Laden, du organisierst ein Festival? Dann entscheide dich für Solidrinks! Das hilft nicht nur uns und einem neuen, nachhaltigen und sozialen Wirtschaftssystem, sondern auch den geförderten Refugee-Initiativen.

 

Oder komm in den Club der Solidarität: Der Solidrinks-Verein sucht immer nach Menschen, die Lust haben sich kreativ zu engagieren – on- und offline, wir wollen noch viel lauter sein. Ganz akut würden wir auch gerne unsere Labels weiterentwickeln und suchen nach Produktdesigner:innen. Du bist Journalist:in? Dann erzähle von uns oder lass die Flaschen Geschichten erzählen in deiner Redaktion oder deinem Office.


Eure Mate ist bio und fair & direct trade. Warum habt Ihr Euch dafür entschieden, Bio- und faire Mate anzubieten?

 

Solidrinks: Für uns war klar: Flucht & Migration stehen in direktem Zusammenhang mit globaler sozialer und ökonomischer Ungerechtigkeit. Fairer Handel kann Fluchtnot, ja sogar Kriege um Ressourcen verhindern. Und da wollen wir konsequent sein und sagen: Wenn jede für ihre Mate das zahlen würde, was sie auch wert ist, was sie in der sozialen und nachhaltigen Herstellung kostet, dann ist schon vielen geholfen.

 

Foto: Solidrinks
Foto: Solidrinks

Wie war das eigentlich für euch, Corona und die Schließung der Gastronomie?

 

Solidrinks: Das war eine harte Zeit. Aber direkt zu Beginn des Lockdowns, als uns klar wurde, dass die komplette Gastronomie & alle Lust- und Tanzbarkeiten (und damit 90% unserer Kund:innen) erstmal dicht machen müssen, haben wir mit viel Herzblut den STAY HOME CLUB ins Leben gerufen: Gemeinsam mit befreundeten lokalen Sozialunternehmen OSTMOST, Quartiermeister, Querfeld, Abyme und Viva Con Agua haben wir einen Lieferdienst mit guten Dingen ins Leben gerufen, der gleichzeitig mit jedem Warenkorb an die Berliner Gastro & Kulturszene spendet. Hier könnt ihr auch jetzt noch Produkte mit ökosozialem Mehrwert bestellen!  #supportyourlocal #staysocial 


Foto: Solidrinks
Foto: Solidrinks

Euer Lager ist im Viktoriaspeicher in der Köpenicker Straße, der Verein ist in der Lause zu Hause. Was mögt Ihr an dem Kiez und seiner Nachbarschaft?

 

Solidrinks: Hier leben und arbeiten Menschen in und für die gute Nachbarschaft. Hier gibt es noch so viele inhabergeführte Läden, so viel politisches Engagement und Raum für die Mitgestaltung Aller. Wir wollen mit daran arbeiten und dafür wirtschaften, dass das erhalten bleibt. Wir sind hier auch persönlich schon lange zuhause und politisch aktiv: auch die Solidrinks sollen da wirken, wo sie getrunken werden: im Kiez. 


Infos zu Solidrinks:

 

Web: solidrinks.de

Mail: welcome@solidrinks.de

 

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Das Interview mit Frauke von Soldrinks führten wir schriftlich im Oktober 2021 im Rahmen unserer Nachbar*innen-statt-Models-Kampagne.

Anstatt die Modelfotos der Marken zu nehmen, deren Basics wir durchgängig im Laden führen, fragten wir unsere Nachbar*innen & Kolleg*innen, ob sie nicht unsere Models sein wollen. Mehr zu der Aktion und der Idee dahinter findet Ihr hier. Dies sind die Modelfotos, die im Rahmen der Aktion von Frauke entstanden sind. Vielen Dank für die Teilnahme an der Aktion!

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