Faire Produktion

Die faire Herstellung der Textilien, die wir verkaufen, ist das Hauptkriterium unseres Ladens. "Fair" bedeutet für uns, dass die Produkte, die wir verkaufen, unter ethischen, d.h. menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurden, also keine "Sweatshop-" oder "Fastfashionprodukte" sind.

Wie wir "fair" definieren und wie wir unsere Marken auswählen, erfahrt Ihr hier.

Unsere Marken und Produkte wählen wir nach folgenden Kriterien aus:

Produktion in der EU:

Marken, die in Deutschland & der EU produzieren:

In der EU sind die gesetzlichen Standards vergleichsweise hoch. Bei vergleichweise neuen EU-Ländern wie z.B. Rumänien, die für ihre niedrigen Löhne und zum Teil schlechten Bedingungen bekannt sind, spielen für uns zusätzlich Zertifikate wie GOTS eine Rolle. Außerdem fragen wir hier immer genauer nach, wie die Löhne und Bedingungen aussehen. Im Moment produziert bei uns nur Comazo Earth in Rumänien, die dort jedoch ihre eigene Fabrik mit guten Bedingungen aufgebaut haben.



Transparenz:

Produkte von Einzelpersonen und kleinen Labels, die wir persönlich kennen:

Diese unterstützen wir natürlich besonders gerne, da sie am transparentesten sind, weil sie entweder selbst in Deutschland produzieren oder i.d.R. an einem einzigen Ort. Und wir kennen sie und können ihnen vertrauen, auch wenn sie kein Zertifikat nachweisen können. So landet das Geld nicht bei Zwischenhändlern, sondern dient direkt dem Lebensunterhalt der HerstellerInnen.

Zum Beispiel produzieren zur Zeit zwei unserer Mitarbeiterinnen Kleidung für uns - Sorted Clothing und Steffee. Unsere Mitarbeiterin Jeanine Glöyer hat das Fair-Trade-Label Jyoti-Fair Works mit eigener Näherei in Indien aufgebaut, deren Kollektion wir ebenfalls anbieten. Und auch wir selbst lassen unter unserem Eigenlabel Hirschkind Teile undserer Kollektion in einer kleinen Näherei in Kenia produzieren (s. Foto oben) und unsere Bettwäsche in einer Näherei in Sachsen.



Zertifikate & Mitgliedschaften:

Marken, bei denen durch Siegel und Mitgliedschaften nachvollziehbar ist, dass sie  glaubhaft unter fairen Arbeitsbedingungen produzieren

 

Bei größeren Firmen achten wir bei der Auswahl auf folgende Siegel und Mitgliedschaften:

  1. FAIRTRADE-Siegel der Flo für fair gehandelte Baumwolle (also für den Anbau des Rohstoffes Baumwolle).
  2. GOTS- oder IVNBest-Siegel für Biobaumwolle und soziale Standards in der Produktion
  3. Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation, einer Organisation, die die Firmen bezüglich der Erfüllung  sozialer Standards in der Produktion (Näherei) überprüft
  4. SA8000-Zertifikat der Produktionsstätte für soziale Standards.
  5. Mitgliedschaft in der WFTO (i.d.R, für Kunsthandwerk relevant, mittlerweile aber auch für Kleidung, z.B. bei People Tree oder die Röcke, Longsleeves und Babybodys unseres Eigenlabels Hirschkind).

-> Bitte für ausführliche Infos auf die Links klicken!

 

Bei der Auswahl der Marken genügt es uns allerdings nicht, dass die Baumwolle FAIRTRADE-zertifiziert ist, da sich dieses Kriterium nur auf den Baumwollanbau bezieht. Hier muss zustätzlich eine GOTS- oder WFTO-Zertifizierung und eine Mitgliedschaft in der Fair Wear Foundation gegeben sein oder das Produkt muss in der EU produziert werden bzw. in einem anderen Land unter klar         nachvollziehbaren transparenten fairen Bedingungen.



Ein richtiges Leben im Falschen?

Die Definition „fair“ ist natürlich sehr dehnbar und wir machen uns da auch nichts vor: Jobs in der Textilindustrie sind immer harte und schlecht bezahlte Jobs – reich wird keine Näherin werden und abwechslungsreich ist der Job auch nicht gerade. Und auch die Tatsache, dass Produkte in Deutschland oder der EU hergestellt wurden, bedeutet auch nicht unbedingt immer tolle Arbeitsverhältnisse. Und auch das eigene kleine Business grenzt oft an Selbstausbeutung. Vielleicht gibt es kein Richtiges im Falschen.

Da wir aber alle konsumieren und das auch weiterhin tun werden, gibt es unserer Meinung nach HerstellerInnen, Produkte, Labels, Projekte die unterstützenswerter sind als andere, weil sie nicht auf menschenverachtender Ausbeutung basieren. Und für eine Arbeiterin in Bangladesch macht es natürlich schon einen Unterschied, ob sie von ihrem Gehalt überleben kann, ob sie geschlagen wird oder ob sie sich gewerkschaftlich organisieren darf oder nicht. Genauso können kleine Familienbetriebe z.B. in Indien oft nur dadurch überleben, dass sie sich in Kooperativen zusammenschließen und ihre Baumwolle oder handgewebten Geschirrtücher in den Fairen Handel verkaufen. Diese Prozesse wollen wir unterstützen und vorantreiben.

Aber auch in der "ökofairen Textilproduktion" gibt es oftmals noch Verbesserungsbedarf. Wenn wir das Gefühl haben, dass dies bei einer Marke der Fall ist, fragen wir nach und bleiben dran und notfalls trennen wir uns von dieser.