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Interview mit Nicole Komp, Gründerin von Feuervogl


Feuervogl ist ein junges und engagiertes Label aus Großostheim in Bayern, das seinen Schwerpunkt auf Denim- und andere Hosen legt, dabei aber von Anfang an die Anforderungen an ökologische und soziale Kriterien vereint hat. Seit Beginn an waren ihre Jeans und alle weiteren Kleidungsstücke GOTS-Zertifiziert, was auch im grünen Jeansbereich keine Selbstverständlichkeit ist. Die Jeans werden in Tunesien genäht, wo auch die umweltfreundlichen Waschungen der Jeans gemacht werden.

Wir sprachen mit der Gründerin Nicole Komp über ihren Familienbetrieb, wie sie zu Feuervogl kam und wie sie ihre Rolle als Frau innerhalb des Business sieht.


1. Stell dich doch bitte kurz vor: wie heißt du, wo lebst du? Wie alt bist du? Wie heißt dein Label?

Mein Name ist Nicole Komp und ich lebe in Mainz und bin 42 Jahre alt. Unser Label heißt „Feuervogl.

 

2. Kannst du uns in 2,3 Sätzen das Konzept deines Labels erklären?

Kurz und knapp steht „Feuervogl“ für DIE OPTIMALE HOSE – für optimale Passform, höchsten Tragekomfort, Mode und transparente Nachhaltigkeit. 

Einfache und unkomplizierte Modelle für viele unterschiedliche Figurentypen in modischen Waschungen und Ausführungen.

 

Durch die durchgängige GOTS-zertifizierung haben wir eine100ige Transparenz im Herstellungsprozess - ein Punkt der gerade bei der Herstellung von Jeans unheimlich wichtig ist. Das gibt Sicherheit und Transparenz für unseren Handelspartner und Kunden.

 

3. Wann hast du dein Label gegründet und wie kam es dazu?

Gegründet wurde Feuervogl 2014. Die Gründe dafür sind eigentlich einfach – für mich war es tatsächlich so, dass verstärkt durch die Geburt meines Sohnes ein Umdenken stattfand. Ich war schon immer, genau wie meine Familie, in der Modebranche tätig, aber so wollten wir nicht mehr weitermachen, denn wir haben eine Verantwortung für uns, unsere Familie, die Umwelt und unsere Mitmenschen.

4. Woher kommt der Name deines Labels?

Der Name ergibt sich eigentlich aus der Geschichte – Feuervogl steht für den Phönix: Es bedeutet – Mach es nochmal neu und diesmal richtig!

 

5. Hast du geplant, Unternehmerin bzw. Gründerin zu werden oder ist das eher 'passiert' (und wie)?

Nein, geplant war das nicht, es kamen eben die bereits beschriebenen Dinge zusammen. 

 

6. Was hast du vor deiner Labelgründung beruflich gemacht?

Ich komme aus einer Familie mit langer Tradition im Bereich der Herstellung von Hosen – wir sind im Prinzip Spezialisten von jeher auf dem Gebiet . Ich habe eine klassische Ausbildung zur Industriekauffrau bei dem Herrenkonfektionär Eduard Dressler absolviert und dann dort im Bereich Vertrieb / Export gearbeitet. Danach Studium (BWL + Marketing mit Abschluss Betriebswirt) und dann habe ich 10 Jahre bei Betty Barclay in der Nähe von Heidelberg gearbeitet. 

Hier war ich Sales-Manager für Far and Middle East, Griechenland, Bulgarien und vieles mehr – ich war ganz gut unterwegs.

 

7. Was wolltest du als kleines Mädchen beruflich machen? 

Naja, nach den typischen Dingen wie Tierarzt und Feuerwehrfrau tatsächlich schon sehr früh etwas im Bereich Mode!

 

8. Wie hat dein Umfeld auf deine Entscheidung reagiert, dich mit einer Modemarke selbstständig zu machen?

Immer unterstützend und das ist auch SEHR WICHTIG, ich bin dafür jeden Tag dankbar!

 

9. Hattest du Angst zu scheitern und hattest du einen Plan B?

JA immer wieder – aber der Glaube daran überwiegt – NO PLAN B!

 

10. Wie ist es für dich, Gründerin eines Labels zu sein? Spielt es dabei eine Rolle, dass du eine Frau bist?

Nein, das spielte für mich noch nie eine Rolle. Im meinem früheren Beruf war ich auch viel unterwegs als einzige oder eine der wenigen Frauen – Ich habe mich dabei aber nicht benachteiligt gefühlt.

Für uns bei Go Green fashion ist die Gleichberechtigung der Frau selbstverständlich. Wir machen da keinen Unterschied. 

11. Kannst du anderen Frauen, die sich selbstständig machen wollen etwas mit auf den Weg geben?

Du brauchst viel Power und Durchhaltevermögen – aber es zahlt sich aus! Denn wir treffen gerade in unserem Bereich „SUSTAINABLE FASHION“ jeden Tag wunderbare Menschen und Ideen, die einen motivieren, Deine Sache weiter zu verfolgen.

 

16. Und da es auch für uns Selbstständige nicht nur Arbeit geben sollte, die letzte Frage: Wie entspannst du am Liebsten von deiner Arbeit?

Oh da gibt es vieles – erstens muss ich auch mal sagen, dass wir in einer tollen Branche unterwegs sind, sodass wir ich oft das Gefühl haben mit Freunden zu sprechen. Da man sich ja persönlich mit „der Sache“ identifiziert ist hier eigentlich keine Grenze zwischen „Business“ und Freizeit. 

Ablenkung von der Arbeit bietet mir natürlich vor allem mein Sohn und meine Familie – aber die erinnern mich natürlich auch ständig daran, WARUM ich es tue.

 

Vielen Dank für deine Antworten, liebe Nicole. :-)

Hier könnt Ihr Euch die Homepage von Feuervogl anschauen. 

Ausgewählte Teile der Kollektion findet Ihr bei uns.


Das Interview führten wir schriftlich mit Nicole Komp im März 2019. Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt und im Eigentum von Feuervogl oder supermarché. Nicole Jäckle, März 2019.

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Kommentare: 1
  • #1

    Melanie (Mittwoch, 11 März 2020 11:29)

    Hi Nicole,
    super cool euer Label, was sagst du zu Bemühungen wie zum "Grünen Knopf", den das BMZ ins Leben gerufen hat?

    LG Melanie