· 

Weltladen Zeichen der Zeit

Der Weltladen Zeichen der Zeit in der Wörtherstraße in Prenzlauer Berg bietet eine große Vielfalt fair gehandelter Produkte von Nahrungsmitteln wie Kaffee, Tee, Reis, Gewürze und Schokolade und vieles mehr über Kleidung bis hin zu Küchen- und Wohnaccessoires und diversen Kunsthandwerksartikeln. Der Weltladen Zeichen der Zeit ist ein sehr moderner und engagierter Weltladen, der als Genossenschaft organisiert ist. Wir kennen Lavern, die auch für den Baobab e.V. arbeitet, durch unsere Zusammenarbeit in der Fairen Woche. Seit ein paar Jahren macht der Baobab e.V. jedes Jahr den Kaffeestand bei unserer fairen Kaffeetafel mit dem von ihnen entwickelten Fairen Stadtkaffee "Berliner Bohne".


 

 

Wer bist du, wie heißt der Weltladen, für den du arbeitest und wo finden wir Euch?

 

Lavern: Ich heiße Lavern Wolfram und arbeite seit 2012 (seit 2014 als ehrenamtliche Vorständin) im Weltladen ZeichenDerZeit eG im Prenzlauer Berg in der Wörther Str. 28, 10450 Berlin.

 

Seit wann gibt es den Weltladen eröffnet und wie groß ist Euer Team?

 

Lavern: Der Weltladen wurde von Claudia Strauß 2009 eröffnet, seit 2013 sind wir als Genossenschaft organisiert, mit vielen Menschen aus unserem Kiez.

Unser Team besteht aus ca. zehn Ehrenamtlichen, jährlich unterstützt von einem jungen Menschen im Freiwilligen Ökologischem Jahr (FÖJ).

Durch den Kontakt zu Schulen im Kiez haben wir einmal wöchentlich eine Schüler:in, die uns auch ehrenamtlich unterstützt.

 


Woher kommt der Name des Ladens?

 

 Lavern: Der fiel Claudia einfach so ein 😊


Wie ist das Konzept Eures Weltladens, was bietet Ihr an?

 

Lavern: Wir sind seit 2014 eine Genossenschaft, in der sich auch viele Kunden aus dem Kiez organisieren. Unser ehrenamtliches Team berät von Montag bis Sonnabend gerne zu unseren vielfältigen Produkten.

Bei uns ist alles fair gehandelt: Lebens—und Genussmittel angefangen bei Kaffee, Tee, Gewürze und Schokolade sowie Kunsthandwerk, Schmuck, Geschenke, Fashion Basics und Alltagsbedarf.

In unserem Weltladen erhalten Sie Fairtrade Plus: Unsere Lebensmittel sind zu 80% bio-gesiegelt, unsere Produkte sind oft Upcycling und aus nachhaltig gewonnenen Rohstoffen produziert. Wir verwenden als Verpackungsmaterial das weiter, was wir von unseren Lieferanten als Verpackung erhalten, beziehen unseren Strom über Naturstrom und bemühen uns, ressourcenschonend zu arbeiten.

Bei uns sind die Menschen erkennbar, die hinter den Produkten stehen. Sie haben einen Namen, eine Geschichte und, dank Fairtrade, eine lebenswerte und auskömmliche Gegenwart und Zukunft.

Ein anderer wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist die Beteiligung an politische Kampagnen und Aktionen des Forum Fairer Handel und des Weltladen Dachverband u.a. für mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel wie z.B. für den Beschluss des Lieferkettengesetzes.

Und wir leisten Information- und Bildungsarbeit zum Fairen Handel, sind in der Steuerungsgruppe des Fairtrade Bezirks Pankow engagiert sowie im Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin (www.fairerhandel.berlin) aktiv.

 

Fairer Handel, wie ihn die Weltläden betreiben, strebt eine gleichberechtigte Partnerschaft des Nordens mit dem Süden an.


Du hast uns ein Produkt mitgebracht – was ist die Geschichte dazu/warum hast du dieses ausgewählt?

 

Lavern: Ich habe den Stadtkaffee „Berliner Bohne“ ausgewählt, weil dahinter die Idee steht, die Verbraucher:innen auf den Fairen Handel aufmerksam zu machen und sie für die Nord-Süd-Problematik zu sensibilisieren. Die Zusammenhänge zwischen weltwirtschaftlicher Situation und Konsumverhalten jedes Einzelnen lassen sich am „Stadtkaffee“ sehr gut verdeutlichen.

Die Berliner Bohne ist 2006 als erster Berliner bio fair gehandelter Hauptstadtkaffees gestartet und das Projekt einer Initiative Berliner entwicklungspolitischer Organisationen und Berliner Weltläden unter dem Dach des damaligen Baobab Infoladen e.V. (heute Baobab Berlin e.V.). Der in Weltläden und ausgewählten Supermärkten erhältliche Stadtkaffee wurde im Rahmen der UN-Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde das Projekt ausgezeichnet und zum "Offiziellen Projekt der UN-Weltdekade 2008/2009" erklärt.

 

Die sechs verschiedene Sorten Hochlandkaffee aus biologischem Anbau, die Grundlage für diese exzellente Kaffeemischung, wachsen u.a. in Mexiko, Honduras, Nicaragua, Kolumbien, Peru und Bolivien.


 

Euer Weltladen ist als Genossenschaft organisiert, wie kam es dazu?

 

Lavern: Wir haben 2013 die Genossenschaft gegründet, um den Weltladen ZeichenDerZeit im Kollwitzkiez im Prenzlauer Berg erhalten, ihn im Sinne einer größeren Wirkung für den Fairen Handel weiter zu betreiben und zu entwickeln. 

 

Wer sind Eure KundInnen?

 

Lavern: Viele Menschen, die im Kiez wohnen, unsere Genossenschaftler:innen, Tourist:innen, an Fair-Handels-Produkten Interessierte aus ganz Berlin, ehemalige Prenzlauer Berger:innen,

 

 



Euer Laden ist im Kollwitzkiez im Prenzlauer Berg – was magst du an dem Kiez und seiner Nachbarschaft?

 

Lavern:Der Kiez ist lebendig und vielfältig, irgendwie gemütlich, auch wenn die Mietsteigerungen viele kleine Läden und Mieter:innen verdrängt haben.

Es gibt in unserem Umfeld einige Läden, die auch schon länger vor Ort sind, mit denen wir in gutem Kontakt sind und ggf. zusammenarbeiten. Viele Nachbar:innen kennen wir persönlich, sie unterstützen uns auf unterschiedliche Weise oder sind in der Genossenschaft

Das Arbeiten in dem Kollwitzkiez macht auf jeden Fall großen Spaß.


Außer Deiner Arbeit im Weltladen bist du auch noch im Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin engagiert und bei Baobab e.V. tätig. Das Aktionsbündnis wird an anderer Stelle von den beiden Koordinatorinnen Nadine und Lea vorgestellt, deshalb erzähl uns dich bitte hier etwas über den Verein Baobab e.V.

 

Lavern: Der Baobab Berlin e.V. wurde kurz nach dem Mauerfall von unabhängigen DDR-Solidaritätsgruppen gegründet. In einem ehemaligen „Südfrüchte“-Laden entstand ein Raum für entwicklungspolitische Arbeit, Fairen Handel und viele Kiezgruppen.

Nach dreißig Jahren im Prenzlauer Berg arbeitet der Baobab Berlin e.V. seit März 2021 im Berlin Global Village, dem Berliner eine-Welt-Haus in Neukölln an verschiedenen Projekten wie Globales Lernen, der Fair-Handels-Beratung Berlin, der Fair-Handels-Beratung Brandenburg, dem Fairen Kiosk sowie dem Aktionsbündnis Fairer Handel Berlin.

 

Wir agieren als feste Größe innerhalb der Berliner NGO-Landschaft und sind Mitglied beim BER e.V., Berlin Global Village e.V., unterstützen befreundete Vereine wie den FC Glück auf Utopia Berlin 2010 und haben zudem unterschiedliche Netzwerkpartner:innen bei der Umsetzung unserer Projekte.

Was wir wollen?

Wir engagieren uns mit Globalem Lernen und Fairem Handel für eine gerechtere Welt – ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Diskriminierung. Ziel unserer Arbeit ist es, einen öffentlichen Raum zu schaffen, um sich über weltwirtschaftliche und politische Entwicklungen auszutauschen und dadurch die Lebenssituation der Menschen im globalen Süden mit der eigenen Lebensweise in Zusammenhang bringen zu können. Wir informieren uns und andere über ungerechte wirtschaftliche und politische Machtverhältnisse als Folge von Kolonialismus und Globalisierung, soziale und ökologische Folgen des Wachstums, alternative Entwicklungskonzepte sowie die Ausgrenzung von sozial Schwachen, Migrant/innen und Geflüchteten.


Infos zum Weltladen ZeichenDerZeit eG

Wörther Str. 28

10405 Berlin

 

Tel: 030 650 755 86

Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-20 Uhr (Jan/Feb/Sep/Okt bis 19 Uhr)

 Sa 10 - 18 Uhr

 

Web: weltlaeden.de/weltladen-zeichen-der-zeit

Mail: info@weltladen-zeichenderzeit.de

 

 

Facebook

Instagram

Twitter


Das Interview mit Lavern vom Weltladen Zeichen der Zeit führten wir schriftlich im Oktober 2021 im Rahmen unserer Nachbar*innen-statt-Models-Kampagne.

Anstatt die Modellfotos der Marken zu nehmen, deren Basics wir durchgängig im Laden führen, fragten wir unsere Nachbar*innen & Kolleg*innen, ob sie nicht unsere Models sein wollen. Mehr zu der Aktion und der Idee dahinter findet Ihr hier. Dies sind die Modelfotos, die im Rahmen der Aktion von Lavern entstanden sind. Vielen Dank für die Teilnahme an der Aktion!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0