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SO36

Das SO36 kennt in Kreuzberg sicher (fast) jede*r. Auch wir als alte Punk-Rock-Fans sind dort hin und wieder mal zu Gast um ein Konzert anzuschauen. Persönlich kennengelernt haben wir uns aber erst durch Corona. Als wir gehört haben, dass es dem SO36 schlecht geht, wollten auch wir etwas tun, um zu helfen. Und so haben wir Soli-Geschirrtücher mit dem Logo des SO36 gedruckt und die Gewinne aus dem Verkauf an den Club gespendet. Zum Glück kann das SO36 nun wieder seine Pforten öffnen und aus der Soliaktion ist eine Zusammenarbeit geworden: Die SO36-Geschirrtücher findet Ihr nun in der Merch-Abteilung des Clubs.

Foto: SO36
Foto: SO36

 

Auch wenn die meisten Berliner*innen das SO36 sicherlich kennen, beschreibt uns doch bitte, was das SO36 ist und an welches Publikum Ihr Euch richtet?


Gero: Das SO36 ist seit 1978 ein Ort für krasse Musik, linksradikale Politik; für Punks, Hippies, Hedonisten, Homos, Heteros & andere! Zu finden im Herzen Kreuzbergs, Oranienstrasse 190. Der Name kommt übrigens vom alten Postbezirk Süd Ost 36.

Fotos: SO36


Wann hat das SO36 eröffnet und wie kam es dazu?

 

Gero: 11.08.1978 – die ersten 3 Betreiber wollten einen Ort für Punk & Wave schaffen, der  krasser, kompromissloser und anders war; mit Neonlicht, ohne Kerzen und so ein Schnick Schnack.  

Foto: SO36
Foto: SO36

Wie viele Leute arbeiten insgesamt im SO36?

Gero: Vor der Pandemie waren wir so um die 75 (viele aber nur in Teilzeit), jetzt fangen wir erst wieder neu an.

Was ist Dein Job im SO36, wie lange bist du dabei?

Gero: Ich bin seit 4 Jahren in der Konzertabteilung tätig und kümmere mich vorrangig um die Abwicklung der Shows. Bin sozusagen die Schnittstelle zwischen Band/Agentur und dem Haus.

 

Gero, welches war Dein persönliches Lieblingskonzert?

 

Gero: Tatsächlich sind es unzählige! Ich glaube ich habe jede meiner Lieblingsbands schon mal im SO36 gesehen. Ganz vorn natürlich die Shows, wo ich mit meiner eigenen Band Kill Her First mitgespielt habe, daher würde ich jetzt mal das Walls Of Jericho Konzert am 10.08.2019 wählen.

 


Til, was ist Dein Job im SO36?

Til: Ich bin seit ca. 2011 dabei. Ich habe meine Ausbildung zur Veranstaltungstechnik in der großen Höhle absolviert und bin seitdem in der Lichttechnik tätig. In den über 10 Jahren in Kreuzberg und im SO36, hatte ich immer ein sehr familiäres Gefühl. Das liegt einerseits am Kiez und andererseits an den Strukturen und Menschen im Club. Selbst wenn es mal anstrengend, nervig, schwierig ist - am Ende des Tages sind wir irgendwie eine Crew und eine Familie. Es gibt keine Person, die sich an der Arbeit der anderen bereichert. Ich glaube das spielt eine große Rolle in dem Zusammenhang.

 

Til, welches war Dein persönliches Lieblingskonzert?

 

 

Til: IDLES im November 2018! Ansonsten bin ich gern bei den Dragshows von Pansy dabei (highly recommend).


Grafik: SO36
Grafik: SO36

Ihr habt uns jeweils einen Gegenstand und zusätzlich sogar noch ein Lebewesen mitgebracht - warum habt Ihr jeweils diesen ausgewählt?


Gero: Haha das Lebewesen, das ist Trüffel! Er ist immer mit dabei, das Büro Maskottchen mittlerweile. Er sorgt auch dafür, dass Bands, die auf Tour sind, ihre Hunde nicht so doll vermissen, denn für ein Stückchen Schinken kuschelt er stundenlang.

 

Das andere, was ich mitgebracht habe, ist unsere SO36 Tasse, denn ohne Kaffee geht auch bei uns nix. Oftmals sind die Nächte lang & die Tage sowieso, da hilft der heisse Schluck enorm. Und die Tasse ist ein Teil des neuen Merchs, was uns über den Lockdown hinweg geholfen hat. Viele Besucher haben uns in dieser schweren Zeit unterstützt, das war wirklich ganz besonders hoffnungsvoll für uns zu sehen, wie vielen Menschen dieser Club was bedeutet!


Til: Die SO36 Weinflasche symbolisiert ein wenig die etwas prekäre Situation in den letzten Jahren und wie dankbar wir für diverse Soliaktionen und Spendeneinnahmen sind. Da passt der Soliwein der Weinhandlung Suff ganz gut. Außerdem hatte ich keine Lust irgend einen Scheinwerfer mitzuschleppen ;-)



Wie ist es für Euch im SO36 zu arbeiten?

 

Til: In den über 10 Jahren in Kreuzberg und im SO36, hatte ich immer ein sehr familiäres Gefühl. Das liegt einerseits am Kiez und andererseits an den Strukturen und Menschen im Club. Selbst wenn es mal anstrengend, nervig, schwierig ist - am Ende des Tages sind wir irgendwie eine Crew und eine Familie.

 

Es gibt keine Person die sich an der Arbeit der anderen bereichert. Ich glaube das spielt eine große Rolle in dem Zusammenhang.

Foto: Nanette Fleig
Foto: Nanette Fleig

Das SO36 ist in der Oranienstraße in Kreuzberg – was mögt Ihr an dem Kiez und seiner Nachbarschaft?

 

Gero: Trotz der fortschreitenden Gentrifizierung ist es immer noch ein Ort der Solidarität und ein Zuhause für uns.

 

Til: Gute Frage - das ist vielleicht eher ein Gefühl. Es ist nicht so aufgeräumt und ordentlich im Vergleich zu anderen Stadtteilen. Zudem ist es sehr divers auf der Straße. Man hört unterschiedlichste Sprachen, sieht interessante Menschen und nachts ist meistens irgendwo was los.


Infos zum SO36:

Sub Opus 36 e.V.

Oranienstrasse 190

10999 Berlin

 

Tel: 030-614-013-06

Öffnungszeiten (normalerweise): je nach Show

 

Mail: post@so36.de | gero@so36.de

Web: so36.de 

 

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Das Interview mit Gero & Til vom SO36 führten wir schriftlich im Oktober 2021 im Rahmen unserer Nachbar*innen-statt-Models-Kampagne.

Anstatt die Modelfotos der Marken zu nehmen, deren Basics wir durchgängig im Laden führen, fragten wir unsere Nachbar*nnen & Kolleg*innen, ob sie nicht unsere Models sein wollen. Mehr zu der Aktion und der Idee dahinter findet Ihr hier. Dies sind die die Modelfotos, die im Rahmen der Aktion von Til und Gero entstanden sind. Vielen Dank für die Teilnahme an der Aktion!

 

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